Angst ist etwas, was unsere Gedanken und unser Handeln lähmt. Wir sind nicht mehr dazu in der Lage unser vollständiges Potential abzurufen. Es gibt viele unterschiedliche Formen der Angst. Vielleicht hast du Angst vor etwas Neuem. Dass du die neue Situation nicht händeln kannst, oder dass du das Gefühl hast zu versagen. Vielleicht ist es aber auch etwas komplett anderes. Was machst du in solchen Situationen? Lässt du dich von deiner Angst leiten oder weißt du, wie du damit umgehen musst? Ich möchte dir in diesem Artikel mal ein Beispiel aus meinem Leben liefern und dir zeigen, wie ich damit umgegangen bin.

Ein Beispiel für Angst

Angst spielt auch in meinem Leben eine Rolle. Nach meinem Studium zum Ingenieur, wollte ich unbedingt dieses Projekt hier ins Leben rufen. Ich wollte meine gesamte Zeit und meine gesamten Ressourcen in diesen Traum stecken. Wie du dir bestimmt denken kannst, wirkt dies für den ein oder anderen etwas gewagt. „Bist du sicher, dass du das machen willst?“, „Findest du denn dann noch einen Job, wenn du scheiterst?“,“Kannst du dir das überhaupt leisten?“, „Wie willst du irgendwann mal eine Familie ernähren können?“.

All das sind Fragen, die in meinem Kopf hin- und hergeschoben wurden. Ich habe mich regelrecht reingesteigert in diese Dinge. Wenn es eines gibt, was unser Gehirn super kann, dann ist es Katastrophen zu konstruieren. Es ist wunderbar darin, sich die ganzen Details auszumalen. Aber eine Sache kann ich dir sagen: Es wird niemals so schlimm werden, wie du es dir vorstellst. Der Worst Case wird niemals eintreffen.

Der Weg aus der Angst

angst loswerden

Einen Weg mit dieser Angst umzugehen, möchte ich dir jetzt mal beschreiben. Bei mir bestand also das Problem, dass ich etwas machen wollte, was noch nicht viele in meinem Bekanntenkreis vor mir gemacht haben. (Um nicht zu sagen niemand.) Niemand kann/konnte mir dabei helfen. Ich war also vollständig auf mich alleine gestellt. Dazu kommt, dass ich einen potentiell gut bezahlten Job aufgeben musste, um etwas zu tun, von dem ich noch gar nicht weiß, ob es funktionieren kann. Dazu kamen für mich noch folgende Gedanken:

1. Schaffe ich es überhaupt so lange durchzuhalten, bis das Ganze etwas abwirft?

2. Wie soll ich eine Familie ernähren können?

3. Ich hab keine Ahnung, ob das überhaupt funktioniert, was ich da vorhabe.

4. Wenn es nicht klappt, bekomme ich keinen Job mehr, weil ich mich nicht direkt nach dem Studium beworben habe.

Alles Dinge, die das Potential haben in einem Kopf zu einer absoluten Katastrophe zu werden. Die Frage ist jetzt, ob du dich von solchen Dingen leiten lässt oder ob du es trotz deiner Angst machst. Mir persönlich hat es geholfen mir diese Dinge ganz sachlich mal anzuschauen. Ich habe mir jede einzelne These aufgeschrieben. Nur diesen einen Satz, ohne irgendwelche schlimmen Szenarien, die damit auch noch verbunden sind. Dann habe ich mir überlegt, was im allerschlimmsten Fall passieren könnte.

Negative Gedanken sofort entkräften

Lass uns das Ganze doch einfach mal exemplarisch an meinem Beispiel durchgehen.

1.) Was würde passieren, wenn ich es nicht schaffe durchzuhalten? Nüchtern betrachtet, habe ich dann einfach nur meine Zeit in etwas investiert, auf das ich richtig Bock hatte. Wenn ich scheitere, ist das Einzige, was ich verloren habe Zeit und vielleicht Geld, was ich als Ingenieur hätte verdienen können. Ok, also der Preis scheint hier klar zu sein. Wenn ich es nicht schaffe, habe ich nur Zeit und Geld verloren. Dabei geht es allerdings nicht um so viel Geld, das es meine Existenz oder die meiner Familie bedrohen würde. Das ist doch durchaus ein akzeptables Risiko.

2.) Als Nächstes stellte sich mir die Frage, was passieren würde, wenn meine Frau unerwartet schwanger werden würde. Dann hätten wir erst mal kein Einkommen mehr. Aber stimmt das wirklich? Es gibt Kindergeld, Mutterschutz und ich kann auch immer noch einen Job annehmen. Wir müssten vielleicht in eine kleinere Wohnung ziehen und ein paar Abstriche machen, was Luxus angeht. Es ist aber jetzt nicht wirklich so, dass wir dann auf der Straße stehen würden. Es gibt immer eine Möglichkeit über die Runden zu kommen. Gerade hier in Deutschland.

3.) Ich habe zwar keine Ahnung, ob das wirklich funktionieren kann, was ich da vor habe, aber wer sollte das sonst auch wissen? In der heutigen Zeit ist doch nichts mehr wirklich sicher. Wir denken zwar wir haben einen sicheren Arbeitsplatz, aber wenn es dem Unternehmen dann plötzlich schlecht geht, kann es ganz schnell gehen mit der Kündigung. Wir wiegen uns in einer scheinbaren Sicherheit, die nicht wirklich real ist. Also warum nicht einfach mal etwas wagen und alles auf Sieg setzen?

Ich möchte dieses Leben nicht leben, um nicht zu verlieren, sondern um zu gewinnen. Verlieren tun wir am Ende alle. Unsere Zeit hier ist begrenzt. Warum sollte man sie nicht einfach mal versuchen bestmöglich zu nutzen? Ich persönlich habe mich dazu entschieden, möglichst mutig durch mein Leben zu gehen. Das ist vielleicht manchmal etwas unkomfortabel, aber es wird niemals langweilig. Zusätzlich habe ich jeden Tag aufs Neue die Möglichkeit immer weiter zu wachsen.

4.) Bei dem letzten Punkt hatte ich tatsächlich eine ganze Zeit zu knacken. Ich habe eine ganze Zeit in meine Ingenieurausbildung investiert. Was wäre, wenn alles umsonst gewesen wäre? Ich glaube, dass wenn man eine große Veränderung machen möchte, immer Dinge auf der Strecke bleiben. Man kann nicht alles im Leben haben.  In meinem Fall hatte ich die Wahl zwischen Sicherheit und Freiheit. Die Arbeit als Ingenieur steht für Sicherheit und das Projekt Catalyzr steht für Freiheit. Beide Sachen sind so konträr, dass sie nicht nebeneinander existieren können.

An so einem Punkt habe ich festgestellt, dass es enorm wichtig ist eine Perspektive für sein weiteres Leben zu haben. Für mich ist die Freiheit zu arbeiten, wann ich möchte, wichtiger gewesen, als die Sicherheit immer ausreichend finanzielle Mittel zu haben. Ich möchte für meine Familie da sein und auch die Entwicklung meiner Kinder mitbekommen. Das war in meinen Augen eher möglich, wenn ich mir etwas Eigenes aufbaue. Der Preis, den ich hier also zahlen musste war Sicherheit. Den Preis bin ich aber bereit zu zahlen.

Was bedeutet das?

Hast du gemerkt, was ich in jedem dieser Fälle getan habe? Ich habe mir genau angeschaut, was der Preis ist, den ich zahlen müsste, wenn ich einen bestimmten Schritt gehen würde. Wenn ich bereit bin diesen Preis zu zahlen, dann hat sich der entsprechende Punkt für mich erledigt.

Mache dir wirklich bewusst, wovor du eigentlich Angst hast. Wenn du es benennen kannst, dann hast du schon fast gewonnen. Denn wenn man eine Angst kennt, dann kann man sie auch bekämpfen. Selbst die schlimmsten Vorstellungen kannst du entkräften. Ich weiß nicht wovor du gerade Angst hast, aber es gibt immer eine Möglichkeit, zukünftige Schwierigkeiten entgegenzutreten.

Job

Willst du den Job wechseln und weißt nicht, ob du der Herausforderung gewachsen bist? Was ist der Preis, den du zahlen müsstest? Vielleicht brauchst du Unterstützung, musst Fortbildungen machen oder dich weiterbilden. Du kannst in jede Aufgabe reinwachsen! Natürlich hat man am Anfang immer Angst vor dem Neuen, aber was soll dir denn passieren? Warum vertraust du nicht einfach mal auf deine Fähigkeiten und auf dich selbst?

Berufswahl

Hast du Angst davor bei der Entscheidung für ein Studium oder eine Ausbildung danebenzuliegen? Dass dir die Themen nicht gefallen? Du legst dich doch nicht fest mit dieser Entscheidung! Du kannst zu jedem Zeitpunkt etwas anderes machen. Wir haben zu jedem Zeitpunkt in unserem Leben die Wahl, was wir tun. In jedem einzelnen Moment. Wenn du dich für ein Studium oder eine Ausbildung entschieden hast, die dir nicht gefällt, dann hörst du damit auf und machst etwas Neues. Es ist so einfach, wenn man sich einfach nur mal davon löst, dass Entscheidungen immer beibehalten werden müssen. Das müssen sie nicht!

Beziehung

Vielleicht hast du auch Angst mit deinem Partner eine ernsthafte Beziehung zu führen. Eventuell wollt ihr den nächsten Schritt gehen. Heiraten, Kinder bekommen. Was ist, wenn ich dadurch überfordert werde? Ich sage dir eines: Es gibt immer eine Möglichkeit. Man kann sich Hilfe von seinen Eltern, Freunden, Verwandten oder externen Personen holen. Für jedes Problem, was es auf dieser Welt gibt, gibt es auch eine Lösung. Habe Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten, dass du dieses Problem auch bewältigen wirst.

angst bekämpfen

Was kannst du tun?

Hast du Angst vor der Zukunft? Vor Entscheidungen, die du fällen musst? Halte dir immer vor Augen, dass eine Entscheidung, die du fällst, niemals endgültig ist. Es gibt immer Mittel und Wege mit der neuen Situation umzugehen. Wenn du dir einmal bewusst gemacht hast, wovor du eigentlich Angst hast, dann wird es dir auch einfacher fallen, dir schon im Vorhinein Lösungen zu überlegen.

Interessant zu wissen ist auch, dass sich jede oberflächliche Angst nahezu vollständig auf eine Grundangst zurückführen lässt. Ich habe dir hier mal ein paar aufgeschrieben.

Angst:

  • vor Mangel ( nicht genug zum Leben haben)
  • vor Verletzung (körperlich und psychisch )
  • vor Versäumnis ( Zeit und Endlichkeit )
  • die Kontrolle zu verlieren
  • unzulänglich zu sein (mit Herausforderungen nicht umgehen können)
  • vor Wertlosigkeit ( falsche Entscheidungen)
  • vor Veränderungen ( Unberechenbarkeit )

Im Gespräch mit Darleen und auch indem ich mich mit den Ängsten beschäftigt habe, wurde mir immer mehr bewusst, dass ich einfach Angst davor hatte die Kontrolle zu verlieren. Ich habe mir aber klar gemacht, dass ich aus jeder Situation, die sich in Zukunft ergeben wird auch wieder herauskommen werde. Es wird immer eine Möglichkeit geben Arbeit zu finden. An dem Punkt hatte ich Frieden darüber und konnte damit anfangen, mich vollständig in dieses Projekt hier zu stürzen.

Die Quintessenz

Vielleicht hast du gerade vor etwas Angst.  Überlege die jetzt genau, woher diese Angst rührt. In der Regel lässt sie sich auf eine dieser Grundängste zurückführen. Wenn du sie herausgefunden hast, überlegt du dir auf Basis dessen, was das Schlimmste ist, was dir passieren kann. Was ist der Preis, den du zahlen müsstest, wenn du diese eine Entscheidung treffen würdest. Vielleicht verlierst du etwas die Kontrolle oder hast Angst etwas zu verpassen. Wenn man sich an diesem Punkt allerdings bewusst macht, wie man im schlimmsten Fall reagieren kann, verliert die Angst automatisch an Durchschlagskraft. Zudem kommt noch, dass unser Gehirn uns oftmals ein Schnippchen schlägt und niemals dieser schlimmste Fall eintreten wird.

Zusätzlich hilft es mir immer sich vor Augen zu halten, was man verpassen würde, wenn man diese eine Chance nicht wahrnehmen würde. Es gibt Dinge, die wir unser ganzes Leben bereuen werden. Willst du am Ende deines Lebens sagen: Ach hätte ich mal in der Situation anders gehandelt! Sei lieber jetzt einmal mutig und mache den Schritt als es ewig zu bereuen. Der zweite Schritt wird dir schon leichter fallen und der dritte kommt schon ganz automatisch. Seid mutig!

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Tim

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Hey Freunde! Ich bin Tim Chaborski. Ich bin seit 2016 mit meiner Frau Darleen verheiratet und wohne im Ruhrgebiet. In meiner Freizeit habe ich mich lange Zeit mit dem Thema persönliches Wachstum beschäftigt. Die Dinge, die ich zu dem Thema lerne und gelernt habe, möchte ich dir hier über diesen Blog weitergeben.

2 Comments

  1. Hallo Tim,
    danke für diesen guten Artikel. ich habe in meinem Leben gemerkt, dass ein wichtiges Gegenmittel gegen Angst der Mut ist. Vielleicht kennst du die Szene aus dem Film Gladiator. Der Maximus betritt die Arena als Sklave in Rom. Ein Mann der schon alles verloren hat. Die Tore öffnen sich und er erblickt die Kulisse und ist vollkommen gelöst. So sieht ein Mann aus, der keine Angst mehr hat, weil er nichts mehr zu verlieren hat. Er greift in den Sand und die Spiele beginnen.
    Wenn du Angst hast, dann denke an diese Szene. Richte deinen Körper auf und begegne deiner Angst mit Mut. Und du wirst merken, dass die Angst nichts anderes ist als ein Mantel, der über dich hängt. Die Angst berichtet immer von schlimmen Dingen, die passieren könnten. Doch das was passiert, ist meistens gar nicht so schlimme.
    Liebe Grüße,
    Christian

    1. Hey Christian,

      einen ziemlich coolen Vergleich, den du ziehst. Gladiator ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Beim Thema Mut bzw . Angst habe ich tatsächlich aber noch nie an diesen Film gedacht. Du hast aber vollkommen recht, Maximus ist in dieser Szene absolut ohne Angst und das befreit ihn.

      Genau so kann das auch in unserem Leben sein. Wenn wir keine Angst mehr haben, können wir unser Potential vollständig entfalten und Dinge in uns entdecken von denen wir noch nicht mal wussten, dass sie dort sind!

      Liebe Grüße

      Tim

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